Artiger Sonntag

März 4, 2008

Immer wieder Sonntags machen ich mich auf den Weg in eine Ausstellung. Vergangenen habe ich mal wieder im Institute of Contemprorary Art vorbei geschaut. Neben zeitgenoessischer Kunst, werden spannende Filme gezeigt, naja und was fuer die Ohren gibt es auch regelmaessig.

„Double Agent“ heisst die aktuelle Ausstellung, im Programm heisst es:

Double Agent is a group exhibition featuring artists who use other people as a medium. The show contains works in a variety of media, including video and live performance – works which are often slippery in meaning or disquieting in effect.

Da habe ich kurz Angst bekommen, dass man sich hier einen esotherischen Ausrutscher erlaubt hat.Aber wenn man sich die Liste der Kuenstler anschaut: Christoph Schlingensief, Dora Gracia und … – von denen ich ausser Herrn Schlingensief natuerlich vorher keinen kannte – verfliegen diese Befuerchtungen.
Dora Gracia haette ich kennen koennen, die gab es naemlich vor ungefair nem Jahr in Leipzig in der GFZK. Ihre Arbeit hat mir mit am besten gefallen, wobei gefallen bei Performance oft der falsche Begriff ist. Mir bleibt Kunst oft dann im Gedaechtnis, wenn sie mit geringen Mittel, grosses Wirkung erzeugt.
„Instant Naritive“ ist schnell beschrieben. Ein weisser Raum, ein Projektor, ein Mensch an einem Laptop. Der sitzt in mitten der Besucher, beobachtet diese und schreibt seine Eindruecke nieder. Ich zu mindest habe mich ziemlich beobachtet gefuehlt, es werden Koerperhalten beschrieben, Gesichtsausdruecke interpretiert, Gruppen analysiert. Ich habe mich schnell dabei ertappt, dass ich spiele, versuche eine bestimmte Pose einzunehmen. Und prompt war ich ein Teil der Performance, ein Medium eben.

Messy Man?

Februar 13, 2008

Und noch mal – die unternehmerischen Aktivitäten nehmen kein Ende.
Gestern waren wir in der Mittagspause im Sir John Soane’s Museum. Das war ein Englischer Architekt und Sammler (1753 – 1837). Gesammelt hat er, was eigentlich, alles? Antike Tonklumpen, Bücher, Bilder, Skulpturen – Genug um damit zwei Victorianische Wohnhäuser voll zu stopfen. Gelebt hat er zwischen all diesen Dingen, geputzt haben, wird wohl jemand anders… Die Ausstellungsstücke haben mir nicht umbedingt ahs und ohs entlockt – alles bunt gemixt, nicht besonders kurios und leider auch nicht beschriftet. So kann ich auch gar nicht sagen, wer dieses schlafende Fräulein ist.

Die Schlafende

Der war bestimmt n ziemlicher Kauz und frage mich gerade wie ihn wohl seine Zeitgenossen gefunden haben. Ich fand die Büchersammlung spannend, da gab es zum Beispiel den „Fugger News-Letter“ von 1685.

Ich lese immer noch an Jane Austen rum und nun kann ich mir vorstellen, wie die Häuser aussahen, die zu dieser Zeit belebt wurden, wenn man sich den ganzen anderen Kram weckdenkt.

P.S.
Eine ganz reizende Idee, Besucher davon abzuhalten sich auf Exponate zu setzen – Man lege eine stachelige Frucht drauf – Autsch!Watch your ass

 

Corporatives

Januar 18, 2008

Gestern habe ich mir mit meinen Kollegen die Terracotta Arme zu Gemuete gefuehrt. Das Britische Museum hat jedoch nie behauptet, dass es sich um Orginale handelt und eigentlich spielt das auch keine Rolle, finde ich. Die Dinger sahen auf jeden Fall ziemlich echt aus und alle Besucher waren ehrfuerchtig still. Wie immer musste man natuerlich anstehen, ausser man hatte ein Ticket im vorraus bestellt, dass einem Tag und Uhrzeit vorgibt, wie wir! Ich habe das Britische Museum bisher ignoriert, was eine Schande ist, weil: a super interssante Dauerausstellung und b cooles Gebaeude. Sir Norman Foster hat Hand angelegt und die Kuppel erinnert ein wenig an den Reichstag, bei meinem naechsten Besuch – mit Tageslicht – werde ich dass dann auch im Bild festhalten.

Beeindruckend, dass man sich die Muehe gemacht hat, jedem dieser 7000 Knaben ein individuelles Aussehen zu verpassen – aehnlich Irre wie die Pyramiden. Auf jeden Fall hat der First Empirior im Sinne gehabt auch nach seinem Tod noch Groefatz (Groesster Fuehrer alles Zeiten) zu sein.

Strange Events

Januar 1, 2008

Leider kann ich meinen Urlaub, der sich auf zwei Tage beschränkt nicht mit ins Jahr 2008 nehmen. Heißt, ich hatte unverhofft, ungeplant und plötzlich zwei Tage frei. Einen Tag habe ich mit krank sein und lesen verbummelt, den anderen habe ich körperlicher – schwimmen – und geistiger Ertüchtigung – der Ausstellung „Strange Events Permit Themselves the Luxery of Occurring“ gewidmet.

Das Camden Arts Center bittet immer wieder Künstler Ausstellungen zu kuratieren. Diese wurde von Steven Claydon zusammengestellt (?) Das sagt jetzt warscheinlich keinem was, ausser unter euch befindet sich ein geheimer Kunstexeperte, mir sagt der auf jeden Fall nix und ausser aus dem Katalog zu zitieren, wuesste ich auch nix spannendes zu erzählen: Claydons Auswahl demonstriere seine Faszination für das Kunstobjelt und die Art der Darstellung, die Beziehung zur Institution die das Objekt inszeniert.
DAS klingt doch super und gehört zu den Dingen die ich selber spannend finde und versuche zu hinterfragen, wenn ich eine Ausstellung besuche. Dem entsprechend hoch, waren meine Erwartungen. Am Ende war es diverse Exponate deren Zusammenhang sich mir nicht erschließen, eher so was wie die Lieblinge des Kurators, aber kein Roter Faden. Etwas ist mir im Gedächtnis geblieben: ein achtminütiger Film über ein Möbelstück, genauer gesagt ein Bücherregal aus den 80er „Carlton“ von Simon Martin. Schräges Ding und selbst mit meinem Fabel für 80er nicht umbedingt etwas, dass ich mir in die Wohnung stellen würde. Faszinierend ist das man 8 Minuten etwas über ein Regal erzählen kann, was weder in einen nervigen kunsthistorisch elaborierten akademischen Exkurs ausartet, noch balangloser Beschreibung gleicht. Schön auch, wie erst nur einzelne Elemente gezeigt werden, die Kamere jeden Winkel abfährt und dann am Ende das ganze zeigt.
Carlton

Carlton

Carlton

Nach diesen 8 Minuten, habe ich kurz darüber nachgedacht, wie meine Wohnung aussehen müsste, um ein solches Regal zu beherbergen.

Ach und hier noch was von Jenny Holzer, die ich eh mag und die mir immer eine Regung entlockt.

Jenny Holzer

In diesem Sinne möge die nächste die Freilicht-Saison kommen.

Serpentinen

September 25, 2007

Heute war ich zum ersten Mal in der Serpentine Gallery. Wenn man davor steht, ist auch ziemlich schnell klar, warum die so die so heißt.

Angesehen habe ich mir die Austellung von Björks Mann, Freund ? Matthew Barney.

Mister Barney macht riesen Skulpturen aus Vaseline, es richt fragwürdig. Was ich aber viel beeindruckender finde, sind seine Perfomances: z.B. trägt er die Uniform eines Amerikanischen Soldaten und wandert pfeiferauchend durch ein modernes Gebäude, dessen zentrales Element ein Turm zu sein scheint, man sieht es nie von außen. Wir begleiten ihn also durch das Gebäude. Dann zieht er sich eine Klettermontur über und beginnt den Turm noch mal zu erkunden.
Der Turm hat ne Glaskuppel und es ist strahlend blauer Himmel und außer dem weißen Turm und dem blauen Himmel und einem oliven Klecks der durch das Bild turnt sieht man nichts und dann fängt er an diese Wand voll zu malen.

Oder er springt Trampolin und malt dabei die Decke an, oder steht auf nem Kutter und versucht bei starkem Seegang zu malen. Es geht also weniger um das Produkt als um den Akt der Entstehung. Ich frag mich dann immer weswegen, man was eigentlich schön findet.